Google Personal Search – Personalisierte Suchergebnisse für Jedermann
Am 4.12.2009 wurde im offiziellen Google Blog bekannt gegeben, dass die personalisierte Suche, nun auch für Benutzer ohne ein Google-Konto, aktiviert wird.
Personalisierte Suche?
Die personalisierte Suche von Google, ist “nichts weiter” als individuelle Suchergebnisse basierend auf dem bisherigen Suchverhalten. Bei Benutzern ohne einem Google-Konto, wird die Search History, in einem Zeitraum von 180 Tagen, durch ein anonym gesetztes Cookie ausgewertet. Danach werden die Daten neu erhoben.
Das heißt: Wenn ich nach Apfel suche und mir die Website “www.verlagderapfel.at” ansehe, wird Google, dank der Personal Search, bei meiner nächsten Suche nach “Apfel” die früher besuchte Site in meinen Suchergebnissen höher ranken.
Datenschutz?
Nahezu ohne großen Aufschrei aber trotzdem bedenklich, ist der Aspekt des Datenschutzes. Die personalisierte Suche wird automatisch aktiviert, das heißt, dass es Standard wird. Den meisten Nutzer wird es entgehen, dass sie die personalisierte Suche deaktivieren können bzw. dass es sie überhaupt gibt. Je nach den Ausmaßen der Personalisierung.
Sind die individuell geänderten Ergebnisse minimal, wird sich kaum jemand daran stoßen, teilweise eher erfreuen. Wird aber im großen Stil umgestellt, dürften sich Familien, bei denen mehrere Mitglieder e i n e n Computer benutzen, damit nicht wirklich anfreunden können. ; ) Da könnte schnell ein grober Interessens- und Alterskonflikt die Suchfreude beeinträchtigen.
Personalisierte Suche deaktivieren
Wer Google Personal Search deaktivieren möchte, hat folgende Möglichkeiten:
- Mit Google-Konto: Es unter Webprotokoll deaktiveren.
- Ohne Google-Konto: Auf Google – rechts oben – unter Webprotokoll auf “Anpassungen auf der Grundlage der Suchaktivitäten deaktivieren” klicken.
- Bei der Suche die URL um den Parameter “&pws=0″ erweitern.
- Cookies im Browser blockieren bzw. deaktivieren.
Wie man sieht, kann man die personalisierten Suchergebnisse mit sehr geringem Aufwand umgehen.
Die größte Veränderung?
Einer der größten Veränderungen durch Googles Personal Search, wird die Kundenkommunikation erleben. Agenturen und SEOs die nach Keyword-Positionen verrechnen, sollten sich ihr Geschäftsmodell überdenken. Eine Möglichkeit wäre es natürlich, auf der Basis jenseits der personalisierten Suche zu verbleiben. Abzockern dürfte es dafür im Gegensatz umso leichter fallen, ahnungslosen Kunden eine Top-Position vorzutäuschen.
Da nun das Benutzerverhalten immer mehr zu Trage kommt, wird man sich immer mehr Gedanken über den Mehrwert und Nutzen der eigenen Seiten machen müssen. Rich Snippets, Breadcrumbs, passende Snippettexte, einladende Titel und die “zeitliche Bindung” (Bezogen auf Mehrwert) auf der Website, ist nichts, was man außer Acht lassen sollte.
Die personalisierte Zukunft: Semantik?
Das Interessanteste an dieser Erneuerung dürfte die weitere Entwicklung sein. Werden die personalisierten Suchanfragen mit den daraus folgenden Klickverhalten zufriedenstellende Ergebnisse erzielen? Wie intensiv wird Google versuchen weitreichende Semantik in die Personal Search zu integrieren?
Ich sehe das Thema als den Anfang einer neuen Ära. Besonders wenn man den Bereich der Semantik beachtet. Das würde dazu führen, dass die Bereitstellung der Inhalte neue Ausmaße annimmt. Die Artikel müssten auf Keywords und Semantik optimiert werden. Ebenso wäre es denkbar, dass die Semantik durch Pages im Stile eines Hubs (In etwa wie Wikipedia) errechnet wird. Was sich Google einfallen lassen wird, wird sich zeigen, aber ich finde es geht in eine positive Richtung.
Fazit
Google hält mal wieder die Szene in Atem. Die vorläufigen Änderungen dürften noch keine groben Auswirkungen haben. Wie Marco aber in seinem Artikel schon geschrieben hat, wird sich, sobald etwas mehr Ruhe um das Thema der personalisierten Suche eingekehrt ist, einiges in diesem Bereich tun.
Jetzt heißt es den Kunden darauf Aufmerksam zu machen und gegebenenfalls Teile der AGBs zu ändern. Wie sich die personalisierte Suche entwickelt, wird sich in der nächsten Zeit zeigen. Meiner Meinung nach, zeigt die Tendenz aber klar in das Gebiet der Semantik – was aber sogar erfreulich angenommen werden kann. Denn fast gezwungener Weise die passenden Besucher abfangen, ist sicher kein Nachteil.
